Wir über uns

Organisation der Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder

In der Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG GGRdL) sind zurzeit (seit Mai 2017) vertreten:


Ab dem Jahr 2017 wurden erstmals Ergebnisse zu allen drei Arbeitsgebieten - Gesundheitspersonalrechnung nach Einrichtungsarten, Gesundheitsausgabenrechnung nach Ausgabenträgern und Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz - für alle Bundesländer, d. h. auch für die übrigen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland und Sachsen-Anhalt, die nicht Mitglied der AG GGRdL sind, ermittelt. Zum Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz wurden bereits im Jahr 2016 für alle 16 Bundesländer Ergebnisse veröffentlicht.

 

Entwicklung der Arbeitsgruppe

Die Gesundheitswirtschaft ist in den letzten Jahren zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Sie wird wegen der jährlich steigenden Gesundheitsausgaben jedoch oft nur als Kostenfaktor wahrgenommen. Die Gesundheitswirtschaft ist jedoch gleichzeitig ein bedeutender Arbeitgeber und trägt einen erheblichen Teil zur Wertschöpfung bei.

Informationen zu den Gesundheitsausgaben in Deutschland liefert die » Gesundheitsausgabenrechnung des Statistischen Bundesamtes (siehe Ausgaben, Kosten, Finanzierung). Der Bedarf an einer größeren Transparenz der im Gesundheitswesen erbrachten Leistungen und der damit verbundenen Ausgaben besteht aber nicht nur auf der Bundes- sondern auch auf der Länderebene. Deshalb sollten auch für die Länder Gesundheitsausgabenrechnungen erstellt werden. Die für den Bund entwickelte Gesundheitsausgabenrechnung und die damit gemachten Erfahrungen bilden dafür einen guten Ansatz. Sie lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf die Länder übertragen, weil bestimmte Informationen nur auf Bundesebene verfügbar sind und außerdem landesspezifische Sachverhalte abgebildet werden sollten. Erste eigenständige Gesundheitsausgabenrechnungen auf Länderebene wurden vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg sowie von der Beratungsgesellschaft BASYS aus Augsburg für Rheinland-Pfalz und für Sachsen erstellt.

Gesundheitspersonalrechnungen sind erforderlich, um die Bedeutung des Gesundheitswesens für den Arbeitsmarkt aufzuzeigen. Auch hier sind Informationen nicht nur für die » Bundesebene, sondern auch für die Ebene der Länder von Bedeutung. Solche Rechnungen wurden schon vor einiger Zeit z.B. vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg durchgeführt und veröffentlicht.

Schließlich ist es sowohl für die Entscheidungsträger auf allen Ebenen des föderativen Staates als auch für die Öffentlichkeit von großem Interesse, welchen Beitrag die Gesundheitswirtschaft zur Bruttowertschöpfung und zur Erwerbstätigenzahl leistet. Dazu ist es zunächst inhaltlich notwendig, die Gesundheitswirtschaft nach diesen Kategorien der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen abzugrenzen, um dann durch Berechnung von Bruttowertschöpfung und Erwerbstätigenzahl eine Quantifizierung der Wirtschaftsleistung vornehmen zu können. Eine Methode dazu wurde vom WifOR-Institut an der TU Darmstadt entwickelt und im Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen institutionalisiert.

Arbeiten zu diesen drei Themenbereichen erfolgten früher nur in wenigen Ländern und dort weitgehend entsprechend den landesspezifischen Erfordernissen. In einem ersten Treffen von interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Statistischen Ämter im April 2009 in Frankfurt am Main wurde dringender Handlungsbedarf festgestellt, die bisherigen Arbeiten zu koordinieren und auf eine einheitliche methodische Basis zu stellen.

Die Leiterinnen und Leiter der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder beschlossen daher am 11. November 2009 die Einsetzung einer Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen (AG GGRdL) mit dem Ziel, die Entwicklung von Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen auf Länderebene zu forcieren. Die konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppe unter Leitung des Statistischen Landesamtes Sachsen fand am 27./28. Januar 2010 in Dresden statt. Die Beteiligten verständigten sich hier auf Ziele, Rahmenbedingungen, Definitionen, inhaltliche Handlungsfelder und weitere Aspekte ihrer künftigen Arbeit. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind sich darüber einig, dass sich die Arbeiten an der Handlungsstrategie [*.pdf] zur Entwicklung von Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen auf Länderebene orientieren, die vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen entwickelt wurde.

Die erste regelmäßige Zusammenkunft nach der konstituierenden Sitzung fand am 25./26. August 2010 ebenfalls in Dresden statt. Im Mittelpunkt der Tagung standen die Berichte über die Realisierung der Aufgaben bis August 2010, die Situation hinsichtlich der Arbeiten zu den Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen in den einzelnen Ländern, die Verständigung zum weiteren strategischen Vorgehen sowie die Vorbereitung des Berichtes an die Amtsleiterkonferenz.

Auf der Amtsleiterkonferenz am 9./10. November 2010 beauftragten die Leiterinnen und Leiter der statistischen Ämter die AG GGRdL, die begonnenen Arbeiten entsprechend den vorgeschlagenen Handlungsfeldern zielgerichtet fortzuführen. Die Verständigung dazu erfolgte auf der 3. Tagung der AG GGRdL im Januar 2011.

Im Frühjahr 2011 wurde die von der AG GGRdL erarbeitete Abgrenzung der Gesundheitswirtschaft nach der Wirtschaftszweigklassifikation, Ausgabe 2008 (WZ 2008) publiziert. Im April 2011 konnte die inhaltliche und technische Umsetzung des gemeinsamen Internetauftritts der AG GGRdL im Rahmen des Statistikportals abgeschlossen und publiziert werden. Außerdem erschien die Dokumentation zum länderübergreifenden Ansatz der Gesundheitsausgabenrechnung (GAR) nach Ausgabenträgern. Des Weiteren war die AG GGRdL mit einem Beitrag in der gemeinsamen Veranstaltung der Regionalen Gesamtrechnungsgremien im Rahmen der Statistischen Woche 2011 in Leipzig vertreten. Auf der 4. Tagung der AG GGRdL verständigten sich die Länder Sachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen darauf, die Berechnung der Gesundheitsausgaben auf den länderübergreifenden Ansatz umzustellen und so miteinander vergleichbare GAR-Länderergebnisse vorzulegen.

Anschließend erfolgte die Erarbeitung einer Methodik zur Erstellung einer Gesundheitspersonalrechnung (GPR) auf Länderebene. Diese wurde durch die Mitglieder der AG auf der 5. Tagung im Dezember 2012 als länderübergreifender Ansatz verabschiedet und nach erfolgter Präzisierung durch die AG GGRdL im Oktober 2013 publiziert. Außerdem verständigte man sich auf der Tagung, die GPR-Berechnungen in der AG künftig zentral an einer Stelle durchzuführen. Mit dieser zentralen GPR-Berechnung nach dem länderübergreifenden Ansatz wurde erreicht, dass die AG GGRdL nach Bereitstellung des GPR-Bundesergebnis effektiv und effizient miteinander vergleichbare GPR-Länderergebnisse ausweist, die in das Themenfeld 8 der Gesundheitsberichterstattung der Länder (GBE) eingestellt werden können. Damit einher geht ein deutlicher Informationsgewinn für die GBE.

Im Jahr 2014 erfolgten methodische Anpassungen der Rechenwerke zur GAR und deren Vereinheitlichung, um die angestrebte hohe Vergleichbarkeit zwischen den Ländern zu gewährleisten. Gleichzeitig wurden auch bei der Gesundheitsausgabenrechnung Synergiepotenziale genutzt, indem ein Großteil der Datenpflege im Rechenwerk zentral erfolgte.

Die Gesundheitspersonalrechnung der Länder wurde im Jahr 2014 unter Berücksichtigung der Revision der Gesundheitspersonalrechnung des Bundes aktualisiert.

Im Jahre 2015 konnte das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein für eine Mitarbeit in der AG gewonnen werden. Die Arbeiten zur Gesundheitspersonal- und Gesundheitsausgabenrechnung wurden planmäßig fortgeführt. Die Erstpublikation der aktuellen Ergebnisse erfolgte in je einer abgestimmten Veröffentlichung im September 2015.

Die AG GGRdL war im September 2015 sowohl auf der Statistischen Woche in Hamburg als auch auf dem Fachausschuss Statistiken des Gesundheitswesens in Bonn mit einem eigenen Beitrag vertreten.

Seit Ende 2015 sind das Bayerische Landesamt für Statistik sowie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Mitglieder der AG GGRdL.

Mit der Entwicklung und Umsetzung des Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatzes (WSE) nach länderübergreifender Methode erfolgte Mitte 2016 erstmals der Ausweis von Daten zu Bruttowertschöpfung und Erwerbstätigenzahl sowie von Produktivitätsangaben der Gesundheitswirtschaft für alle 16 Bundesländer, konsistent zu den amtlichen Regionaldaten der Arbeitskreise Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (AK ETR) und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (AK VGRdL).

Ab dem Jahr 2017 wurden erstmals Ergebnisse zu allen drei gegenwärtig besetzten Arbeitsgebieten - der Gesundheitspersonalrechnung nach Einrichtungsarten, der Gesundheitsausgabenrechnung nach Ausgabenträgern und dem Wertschöpfungs-Erwerbstätigen-Ansatz - für alle Bundesländer veröffentlicht. Außerdem ist das Statistische Landesamt Bremen seit 2017 AG-Mitglied.

Die von der AG GGRdL entwickelten länderübergreifenden Ansätze werden regelmäßig evaluiert und sukzessive weiterentwickelt. Die nächste Tagung der AG ist für Ende 2018 geplant.

 

Zielsetzung der AG GGRdL

 

Seitenanfang